Vereinsgeschichte - Wie alles begann

Am Sonntag nach Fastnacht 1958 trafen sich musikbegeisterte Obermettinger im damaligen Rathaus. Sie beschlossen einen Blasmusikverein gründen zu wollen. Die organisatorischen Angelegenheiten nahm der damalige Bürgermeister Josef Preiser in die Hand. So konnte bereits am 29. Juli 1958 die offizielle Gründung des Musikvereins Obermettingen vollzogen werden. 14 aktive Mitglieder und 3 Passivmitglieder wählten eine Vorstandschaft und gaben dem Verein den Namen „Musikverein Edelweiß Obermettingen“. Vorsitzender wurde Josef Preiser. Die musikalische Leitung und Ausbildung übernahm Egon Brogle. Er hatte als Mitglied beim Streichorchester Obermettingen sowie im Musikverein Untermettingen die meiste musikalische Erfahrung. Auch, dass die Hälfte der 14 aktiven Musiker bereits als Mitglieder des Streichorchesters über musikalische Grundkenntnisse verfügte, verhalf dem Verein. Zur Beschaffung von Instrumenten hatte die Gemeinde Obermettingen einen Kredit zur Verfügung gestellt. Somit war der Start zu einem neuen Verein in Obermettingen gelungen. Das Musizieren machte durch intensive Probenarbeit gute Fortschritte.

Die ersten Auftritte ließen nicht lange auf sich warten. Nur wenige Tage später, am 10. August 1958, trat der Verein zum ersten Mal am Kirchenfest St. Laurentius an die Öffentlichkeit. Im Jahr darauf nahm der Musikverein bei einem Musikfest in Ühlingen teil. Dazu legte sich der Verein eine Einheitskleidung zu, die jeder Musiker aus der eigenen Tasche bezahlte.

Das Gründungsfest des Vereins wurde im August 1960 groß gefeiert. Als Patenverein stellte sich der Musikverein Bettmaringen zur Verfügung. Als Gastverein hatte man unter anderem den Musikverein Erolzheim (Kreis Biberach) eingeladen.

Daraufhin baute die Gemeinde Obermettingen 1962 den Gemeindesaal. Man nutze die Gunst der Stunde, indem man durch viele Tanzveranstaltungen die Vereinskasse aufbesserte. In den nun folgenden Jahren entwickelte sich der Verein musikalisch und wirtschaftlich aufwärts. Mit den Ersparnissen wurde die Anschaffung weiterer Instrumente gewährleistet. Aus diesem Grund ermöglichte sich eine gute musikalische Ausbildung für jugendliche Musiker, wodurch sich auch die Zahl der Mitglieder in den anschließenden Jahren deutlich vergrößerte.

Nachdem der Verein zwischenzeitlich acht Jahre lang von Josef Preiser geführt wurde, übernahm ab 1966 Albert Ebi das Amt des 1. Vorsitzenden.

Im Jahr 1970 gab man dem Verein einen neuen Namen. Er hieß fortan „Trachtenkapelle Obermettingen e. V.“. Dies wurde mit einem Fest gebührend gefeiert, wobei gleichzeitig die neuen Uniformen eingeweiht wurden.



Einweihung der neuen Tracht im Jahr 1970.

Eine neue Epoche begann, als die beiden Schweizer, Traugott Wehrli (besser bekannt als „Gödl“) und Hansjörg Nüesch („Spatz“), als Mitglieder dem Verein beitraten. Von nun an widmete man sich mehr der Unterhaltungsmusik, da die beiden den Verein als Sänger aktiv unterstützten. Dies war damals völliges Neuland für eine Blaskapelle und stieß beim Publikum auf große, positive Resonanz. In den kommenden Jahren wurde man durch viele Auftritte - auch über die Region hinaus (u. a. durch Auftritte in der benachbarten Schweiz) - schnell bekannt.



Spatz, ehem. Dirigent Egon Brogle und Gödl (von links)

Erwähnenswert sind auch die seither durchgeführten „Musiker-Reisen“. So reiste man bereits noch im Jahr des Gründungsfestes zu einem Gegenbesuch zum damaligen Gastverein nach Erolzheim. 1972 fuhr die Trachtenkapelle nach Frankfurt am Main, wo in der Elkenbach-Schenke ein Konzert gegeben wurde. Ein Jahr später besuchte man Hohenfurch (Schongau). Die flämische Gastfreundschaft konnte der Verein 1984 und 1995 in Brügge (Belgien) kennenlernen, als man für mehrere Tage dort verweilte und u. a. bei einer Straßeneinweihung aufspielte. 1994 statteten die Musiker den Kölner Ratsherren einen Besuch ab und brachte den Rheinländern auch die originale „Schwarzwälder-Musik“ näher. Im Herbst 1999 verbrachte man drei abwechslungsreiche und musikalische Tage im schweizerischen Tessin.

Ein Meilenstein war 1985 auch die Einweihung des von den Obermettingern gebauten Rastplatzes „Berghaus“, der idyllisch oberhalb des Dorfes liegt. Dort befand sich einst ein bekanntes Wirtshaus, welches kurz nach dem 2. Weltkrieg abbrannte. Die Trachtenkapelle Obermettingen hat es sich von dort an zur Aufgabe gemacht, an diesem historischen Ort das traditionelle und jährlich stattfindende „Berghausfest“ zu feiern.

Zwischenzeitlich hatte Albert Ebi den Sitz des 1. Vorstandes 1984 an Roland Appelhans abgeben. Von 1985 – 1997 und 1999 – 2001 übernahm Josef Böhler diese Aufgabe bevor anschließend Roland Gantert (1997 – 1999) und Norbert Ebi (2001 – 2005) das Amt bekleideten. Danach wurde das Amt des 1. Vorstandes in die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit, Interne Organisation und Festorganisation aufgeteilt und mit Isabella Zolg, Armin Blattert und Peter Güntert auf 3 Schultern verteilt.

Nach 35 Jahren gab Egon Brogle 1993 die musikalische Leitung an Horst Malzacher ab, der seither das damalig eher volkstümlich geprägte Repertoire, durch moderne musikalische Stilrichtungen (wie z. B. Pop, Musicals…), aber auch durch Show- und Unterhaltungsprogrammen erweiterte.

Ein hoher Stellenwert wird nach wie vor der Jugendarbeit eingeräumt. Sie wurde lange Jahre vereinsintern durchgeführt. Seit wenigen Jahren hat man sich mit dem Musikverein Untermettingen und der Trachtenkapelle Ühlingen zusammengeschlossen und führt die Jugendausbildung gemeinschaftlich mit großem ehrenamtlichem Engagement durch.

Die Tradition spielte im Verein schon immer eine große Rolle, weswegen man ab dem 20 jährigen Bestehen des Vereins, alle 5 Jahre, das Jubiläum mit einem großen, mehrtägigen Bezirksmusikfest feierte.